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Therapietreue – Dran bleiben lohnt sich

Die Multiple Sklerose kommt in einer grenzenlosen Vielfalt daher. Und so individuell, wie Patient und Krankheit sind, so individuell sind auch die Therapieformen.

Therapietreue

canva

Was bedeutet Therapietreue eigentlich?

Völlig egal, für welche Therapieform du dich in Absprache mit deinem Neurologen entschieden hast. Adhärenz ist das Wort der Stunde! Adhärenz beschreibt deine Therapietreue. Denn erst durch die regelmäßige und richtig angewendete Einnahme deiner Basistherapie, kann deine Therapie langfristig und dauerhaft wirken. Aber deine Therapietreue umfasst nicht nur die regelmäßige Anwendung deiner Basistherapie. Sie meint auch, das Einhalten von dem gemeinsam mit dem Arzt entwickelten Therapieplan und das Wahrnehmen von Verlaufskontrollen. Die Adhärenz setzt auf eine gute Beziehung zwischen Patient und Arzt. Du verhältst dich also adhärent, wenn du die Therapie aktiv, eigenmotiviert und eigenverantwortlich über einen längeren Zeitraum konsequent durchführst.

 

Vorteile der Therapietreue

Bleibst du deiner Therapie treu, kann diese optimal wirken. Die regelmäßige Einnahme deiner Basistherapie kann das Schubrisiko senken und die schwere der Schübe positiv beeinflussen. Solange du konsequent bist. Eine Studie belegt sogar, dass therapietreue Patient deutlich zufriedener sind und seltener unter neurologischen Problemen leiden. Sie profitieren von einer besseren Lebensqualität. Ich denke, dass therapietreue Patienten durch ihr aktives Mitwirken ein Stück Kontrolle zurück gewinnen.

 

Einflussfaktoren auf die Therapietreue

Du siehst also, adhärentes Verhalten macht Sinn und ist vernünftig. Trotzdem sieht es in der Praxis ganz anders aus. Gerade Patienten mit chronischen Erkrankungen zeigen sich einer Therapie gegenüber nur wenig treu. Im Verlauf sinkt die Adhärenz sogar und nimmt Monat für Monat ab. Konkret bei MS-Patienten wurde 2015 in einer Studie untersucht, wie viele Patienten zwei Jahre nach Beginn der Therapie dieser noch treu sind. Das ernüchternde Ergebnis: 30 bis 40 Prozent. (1)

Die Gründe für mangelnde Therapietreue sind oft ganz individuell. Die WHO hat fünf Faktoren ausfindig gemacht, die die Therapietreue maßgeblich beeinflussen:

Therapietreue

canva

 

Das sagt die Community dazu

In meiner Facebook Gruppe haben wir im April über die Therapietreue diskutiert. Bei meiner Umfrage, an der grob die Hälfte der Gruppe teilgenommen hat, gibt der überwiegende Teil an, dass die Basistherapie regelmäßig angewendet wird. Auch Medikamente zur symptomalen Behandlung werden von der Community regelmäßig angewandt. Wobei diese Medikamente durchaus mal vergessen oder auch bewusst weggelassen werden.

Später haben wir die Thematik nochmals diskutiert. Die Community empfindet die Belastung der Basistherapie ganz unterschiedlich. Mancher fühlt sich gar nicht belastet und wendet die Therapie einfach an. Frei nach dem Motto „Was muss, das muss!“. Andere haben verschiedene Basistherapien abgebrochen, weil die aufgetretenen Nebenwirkungen sie zu stark eingeschränkt oder belastet haben. Einige wenige Mitglieder der Community haben sich sogar aufgrund diverser Nebenwirkungen ganz von einer medikamentösen Therapie abgewandt.

Auch, was die Darreichungsform und die Intervalle der Anwendung betrifft, zeigt sich die Community bunt gemischt. Während manche die Tablettenform vorzieht und weniger kompliziert findet, spritzen einige Mitglieder ihr Medikament, überwiegend mehrmals wöchentlich. Kurz nach der Diagnose kann ein tägliches Einnahmeintervall zunächst abschrecken. Das tägliche an die MS erinnert werden schreckt ab. Im späteren Verlauf verliert dieser Aspekt jedoch an Wichtigkeit.

 

Dran bleiben lohnt sich

Was kannst du machen, um deine Therapietreue aufrecht zu erhalten oder zu verbessern?

 

Überprüfe deine Einstellung

Wie wichtig ist dir die Therapie? Welche Bedeutung hat sie für dich? Sieh die Therapie nicht als lästige Pflicht, sondern als Möglichkeit, der Multiplen Sklerose aktiv entgegen zu wirken.

Setz Vertrauen in deinen Neurologen

Deine Adhärenz ist am stärksten ausgeprägt, wenn du gut mit deinem Arzt zusammen arbeitest. Wie ist das Verhältnis zu deinem Neurologen? Erhältst du ausreichend Informationen? Nimmt er sich genügend Zeit, um dich zu beraten und deine Fragen zu beantworten?  Wenn dein Neurologe dich immer wieder abwiegelt oder dir Informationen vorenthält, solltest du einen Wechsel in Betracht ziehen.

Finde die richtige Therapieform für dich

Eine Tablette zu schlucken ist für dich vielleicht die einfachste Variante. Aber auch das Spritzen von Medikamenten ist inzwischen durch verschiedene Hilfsmittel ganz einfach. Wichtig ist, dass du dich damit wohlfühlst und die Therapieform möglichst gut in dein Leben integriert werden kann. Und dass die Therapie wirkt. Hast du das Gefühl, die Wirkung ist zu schwach, suche das Gespräch mit deinem Neurologen.

 

Fünf Tipps, für eine regelmäßige Anwendung deiner Therapie

  1. Bitte vertraute Personen darum, dich an deine Therapie zu erinnern
  2. Stelle dir eine Erinnerung im Handy ein
  3. Benutze eine Tagebuch App, speziell für die Multiple Sklerose. Dort kannst du auch mögliche Nebenwirkungen eintragen und dich an dein Medikament erinnern lassen
  4. Wenn dein Medikament nicht ganz besonders gelagert werden muss, kannst du eine Reservepackung auf der Arbeit deponieren oder immer dabei haben. Falls du die Einnahme zu Hause einmal vergessen solltest.
  5. Bereite deine Medikamenteneinnahme für eine Woche im Voraus vor. Stelle Medikamentendosen oder lege deine Wochenration Spritzen bereit. Achte unbedingt auf die notwendige Lagerung!

 

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Bis bald. Wir sehen uns im Netz!

 

Du hast Lust, dich mit der Community auszutauschen? Dann komm mit dazu!

 

 

 

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