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Schlafstörung – Unsichtbares Symptom

Menschen mit Multipler Sklerose leiden oft unter einem gestörten Schlaf. Welche Formen der Schlafstörung es gibt und was du tun kannst, erfähst du hier.

 

Ich kann mich ehrlich gesagt nur an wenige “gute Nächte” in den letzten knapp sieben Jahren erinnern. So lange leide ich mindestens unter meiner Schlafstörung. Aber es gibt gute Phasen, in denen ich verhältnismäßig gut schlafe. Für mich bedeutet eine gute Nacht, dass ich schnell eingeschlafen bin, weniger als vier Mal wach wurde und auch jedes Mal wieder schnell eingeschlafen bin. Nächte, in denen ich einfach durchschlafe und die kurzen Wachphasen nicht bewusst erlebe, sind äußerst selten.

Meistens ist mein Schlaf so leicht, dass ich beim kleinsten Geräusch aufwache.

In schlechten Phasen bin ich sehr müde, finde aber nicht in den Schlaf. Kurz vor dem Einschlafen schrecke ich hoch und es geht von vorne los. Das kann sich über Stunden ziehen. In solchen Nächten bin ich oft wach. Bis zu zehn Mal. Im schlimmsten Fall finde ich dann irgendwann nicht mehr in den Schlaf. Kurz vor meinen ersten Schub gab es eine Zeit, da habe ich mal vier Tage am Stück nur maximal 3 Stunden in der Nacht insgesamt geschlafen. Die Tage dazu waren die Hölle.
Genug von meinem Schlaf. Das der nicht ist, wie er sein sollte, ist mir bewusst und ich arbeite daran.

Aber schauen wir uns erstmal an, wie ein gesunder Schlaf aussehen sollte.

Ob Schlaf gut, also erholsam ist oder nicht, ist zunächst erstmal subjektiv. Manche Menschen benötigen mehr Schlaf, als andere Menschen. Wer bereits morgens schlecht gelaunt und unkonzentriert ist, darf davon ausgehen, dass er keine gute Nacht hatte.
In der Nacht durchläuft unser Körper vier Schlafphasen, die sich in vier bis sechs Zyklen wiederholen. Werden diese Phasen durch Schlafstörungen unterbrochen, fühlen wir uns am nächsten Tag erschöpft, sind nicht ausgeruht. Für uns Menschen mit Multipler Sklerose bedeutet das, dass sich eine Verschlechterung der vorhandenen Symptome einstellen kann, worunter die Lebensqualität zunehmend leidet.
In der Einschlafphase entspannt sich der Körper und die Hirnaktivität nimmt ab. Diese Phase kann bis zu einer halben Stunde dauern.
Der Leichtschlaf kennzeichnet den Übergang zum Tiefschlaf. In dieser Phase regeneriert sich unser Organismus. Die Körpertemperatur fällt, Puls und Atmung verlangsamen sich und die Zellen werden repariert. Außerdem arbeitet das Immunsystem jetzt unter Hochdruck. (1)
Nun ist der REM Schlaf an der Reihe. Hier fährt das Gehirn seine Aktivität wieder hoch. Es arbeitet auf Hochtouren und verarbeitet den Tag. Erwachst du in dieser Schlafphase, wirst du dich vermutlich an einen besonders lebhaften Traum erinnern.

Schlafstörungen gibt es viele.

Am häufigsten tritt jedoch Einschlaf- und Durchschlafstörung auf. Die Schlafproblematik, die vielen Menschen mit Multipler Sklerose bekannt ist, ist aber meist nicht direkt auf die Erkrankung zurück zu führen. Damit meine ich, dass nicht eine Zerstörung bestimmter Nervenzellen für die Schlafstörung sorgen. Aber gestörte Nervenzellen, beispielsweise der Blase, können für einen häufigeren Harndrang sorgen und dich deshalb aus dem Bett holen.
Es gibt eine ganze Reihe weitere Gründe für eine Schlafstörung bei Multipler Sklerose. 
Zu den Hauptgründen gehören:
  • Stress und Ängste: Jeder kennt Probleme
    beim (Wieder-)Einschlafen, wenn bedrückende Gedanken da sind, die sich
    in der Dunkelheit einfach nicht aus dem Kopf verdrängen lassen.
    Natürlich können auch die Herausforderungen durch die MS selbst der
    Grund für Schlafstörungen sein.
  • Liegt eine Depression vor,
    können besonders oft Durchschlafstörungen vorhanden sein: Grübeln und
    “Gedankenkreisen” halten die Betroffenen in der Nacht wach und
    verhindern einen erholsamen Schlaf.
  • Spastiken: Insbesondere eine
    Spastik in den Beinen kann Betroffenen den Schlaf erschweren. Liegt
    eine Rumpfspastik vor, kann sogar das Liegen im Bett zur Qual werden.
  • Fehlende Erschöpfung durch mangelnde Bewegung aufgrund einer Einschränkung der körperlichen Beweglichkeit.
  • Blasenprobleme: MS-Betroffene werden nachts häufig wach, weil die Blase sich meldet und ein Gang zur Toilette erforderlich ist.
  • Gefühls-
    und Sensibilitätsstörungen am Rumpf, an Armen und Beinen können dazu
    führen, dass selbst die angenehmste Matratze und leichteste Bettdecke
    störende Missempfindungen hervorrufen, welche ein entspanntes
    Einschlafen verhindern.
  • Als Besonderheit kommt bei Menschen mit
    MS noch das Phänomen der Fatigue hinzu. Die Ursache für das
    Fatigue-Syndrom ist immer noch ungeklärt. Doch man weiss, dass dieses
    MS-Symptom in einem engen Zusammenhang mit Schlafstörungen steht. Erhält
    der Betroffene nicht genügend Schlaf, verstärkt sich die Fatigue
    tagsüber. Er wird vom Schlaf übermannt und schläft ungewollt für ein
    paar Stunden. Dies wiederum erschwert den gesunden nächtlichen Schlaf,
    und ein Kreislauf entsteht, der sehr belastend für den Betroffenen und
    schwierig zu durchbrechen sein kann.
  • Ähnlich verhält es sich bei
    Menschen mit MS, die aufgrund ihrer Symptome von den Tagesaktivitäten
    so müde sind, dass sie schon am späten Nachmittag einschlafen. Sie
    wachen dann nach ein paar Stunden wieder auf. Ihnen fehlt dann unter
    Umständen die wichtige nächtliche Tiefschlafphase, und der
    Schlafrhythmus ist gestört. Dieser “Teufelskreis” aus Fatigue, gestörtem
    Nachtschlaf und dadurch noch verstärkter Tagesmüdigkeit wird von vielen
    Menschen mit MS als besonders einschränkend für ihre Lebensqualität und
    die Teilhabe an einem aktiven Alltag empfunden. (2)
 Jetzt weißt du einiges über Schlaf, seine Phasen und die Störungen. 

Was kannst du aber machen, um wieder zu einem besseren Schlaf zu finden?

 

Meine Tipps können dir helfen, zu einem besseren Schlaf zu finden. Es wird eine Weile dauern, bis du eine Besserung feststellst. Und manchmal gibt es einfach schlechte Phasen oder dein Schlaf wird von deinen Medikamenten beeinflusst. Im Zweifelsfall solltest du dich von deinem Neurologen beraten lassen. Von einer Selbstmedikation würde ich dir abraten.

(1) Quelle  
(2) Quelle 

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