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Oxidativer Stress – Stress auf Zellebene

Oxidativer Stress bedeutet für deinen Körper Stress, auf Zellebene. Heute erfähst du, wie du ihn möglichst gering halten und so deine Gesundheit verbessern kannst. Denn besonders für Menschen mit Multipler Sklerose birgt oxidativer Stress ein gewisses Risiko.

via canva

 

Dass du bei Multipler Sklerose Stress vermeiden sollst, das weißt du längst. Seitdem ich die Diagnose habe, höre ich von allen Seiten, dass ich auf mich aufpassen soll. Und das mache ich. Auszeiten, Yoga, Autogenes Training, Meditation. Die ganze Palette.

Aber was ist mit dem Stress für deine Zellen?

Schließlich sind die Zellen, die von unserem eigenen Immunsystem angegriffen werden, doch unser Hauptthema. Zuerst wird die Schutzschicht der Nervenfaser angegriffen und das führt schließlich zur Schädigung der Nervenfaser (Axonen) selbst. Ergebnis: die Reizweiterleitung ist gestört oder zerstört und wir haben den Salat.

Seit der Diagnose bin ich auf eine Basistherapie eingestellt. Aufgrund seiner, in der Regel, guten Verträglichkeit, habe ich mich für den Wirkstoff Glatirameracetat entschieden. Für mich war und ist es einfach wichtig, aktiv zu handeln, um friedlich mit der Multiplen Sklerose zu leben. Weil ich davon überzeugt bin, dass die richtige Ernährung uns dabei helfen kann, körperliche Probleme zu lenken, habe ich schon früh angefangen, mich mit Ernährung und MS auseinander zu setzen. Dabei bin ich auf den Begriff “Oxidativer Stress” gestoßen. Ja genau – was ist das? Ich erkläre es dir..

Was ist oxidativer Stress?

Oxidativer Stress – Stress auf Zellebene – wird durch einen zu hohen Anteil an freien Radikalen im Körper ausgelöst. In unserem Körper sollte ein Gleichgewicht aus Oxidantien und Antioxidantien bestehen, das aufrechterhalten werden muss. Spricht man von oxidativem Stress, dann handelt es sich um ein Ungleichgewicht zwischen oxidativen und antioxidativen Prozessen, welche durch „Freie Radikale“ ausgelöst wird.(1) Bei freien Radikalen handelt es sich um kurzlebige, extrem reaktionsfreudige Sauerstoffmoleküle, denen ein Elektron, also ein negativ geladenes Teilchen, fehlt. Da das Konkurrenzgebaren freier Radikaler sehr hoch ist, entreißen sie gesunden Zellen das benötigte Elektron. Dadurch wird die beraubte Zelle ebenfalls zu einem freien Radikal und versucht, der nächstbesten Zelle ihr Elektron zu entreißen.(2)
Grundsätzlich sind freie Radikale nichts Schlechtes. Dein Körer bildet sie zum Beispiel bei der Zellatmung oder bei Immunreaktionen selber. Erst wenn die Konzentration zu hoch ist, werden sie zu einem Problem.  (3) Aber auch im Umkehrschluss lässt sich sagen, dass es problematisch ist, wenn dein Körper über einen zu langen Zeitraum unter oxidativen Stress leidet. Noch ist nichts bewiesen, aber oxidativer Stress soll auch die Nerven des zentralen Nervensystems schädigen und somit bestimmte Autoimmunerkrankungen begünstigen. Und schon ist Miss Sophie wieder im Spiel.

Die Sache mit den Fettsäuren

Durch eine vollwertige Ernährung ist es dir aber möglich, die Entzündungen in deinem Körper (Immunreaktion setzt freie Radikale frei) und den dadurch entstehenden oxidativen Stress , positiv zu beeinflussen. Dies kannst du machen, indem du darauf achtest, ausreichend ungesättigte Fettsäuren zu dir zu nehmen. Empfohlen sind mindestens 10% der täglichen Energieaufnahme. Denn Fette benötigt dein Körper. Sie sind Energielieferant, Träger fettlöslicher Vitamine, Kälteschutz und Stütze für deine inneren Organe. Einfach ungesättigte Fettsäuren findest du in Lebensmitteln wie Oliven(öl), Rapsöl, Sonnenblumenöl, Erdnuss(öl), Avocados, Haselnüsse, Mandeln und Pistazien. Die mehrfach ungesättigten Fettsäuren sollten etwa 7-10% zu deiner täglichen Energieaufnahme beitragen. Enthalten sind sie vorallem in Rapsöl, Leinöl, Sonnenblumenöl, Distelöl, Nüssen und fettreichen Seefischen. Einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren sollen > 2/3 der mit Fett zugeführten Energie ausmachen. (3) Mehrfach ungesättigte Fettsäuren sind Omega-6 und Omega-3. Bei der Aufnahme dieser Fettsäuren solltest du noch einen sehr wichtigen Aspekt, im Zusammenhang mit der Multiplen Sklerose beachten. Ein Überschuss an Omega-6 im Organismus schafft ein entzündungsförderndes Millieu. Und das wollen wir ja nunmal ganz und gar nicht. Aus Omega-3 kann der Organismus entzündungslindernde Moleküle bilden. Das klingt doch schon mal vielversprechend. Und bedeutet für dich: sorge dafür, dass das Omega-3 in deinem Körper dem Omega- 6 überliegt. Dazu später noch mehr.

Deutlich reduzieren solltest du die gesättigten Fettsäuren. Sie befinden sich in hohen Maße in tierischen Produkten, wie Fleisch und Wurst, Butter, Milchprodukten, werden aber auch über  Kokos- oder Palmkernfett sowie industriell verarbeitete Fette die sind vorallem in Fertigprodukten enthalten) aufgenommen. Der Anteil der gesättigten Fettsäuren sollten maximal 10% zur Energieaufnahme beitragen.

Werde aktiv – gestalte deine Ernährung

Soviel zum theoretischen Teil (gesättigte Fettsäuren, einfach und mehrfach ungesättigte – das ist eine chemische Komponente. Das geht mir zuweit, es zu erklären. Du kannst die Bedeutung gerne googlen.)

Was kannst du in Sachen Ernährung nun also machen, damit deine Zellen möglichst wenig oder besser keinem oxidativen Stress ausgesetzt sind und wie schaffst du es, das Omega-3 in deinem Organismus möglichst überwiegen zu lassen?

Eins vorweg: ich bin keine Ernährungsberaterin und ich berichte dir hier von meiner Art und Weise. Um wirklich fundierte Erkenntnisse zu bekommen, solltest du dir Fachliteratur anschaffen.

Ich habe also beschlossen, nach der Diagnose meine Ernährung umzustellen. Als erstes habe ich Kuhmilch und Kuhmilchprodukte von meinem Speiseplan gestrichen. Das war der für mich härteste Schritt. Ich liebe Poridge, Milchreis, Joghurt, Käse,…gibt es alles nicht mehr. Stattdessen trinke ich Sojamilch. Das war sehr gewöhnungsbedürftig für mich. Und ehrlich gesagt, ist es das noch immer. Eier sind nicht ganz von meinem Speiseplan verschwunden, aber stark reduziert. Ich komme vielleicht noch auf ein Ei im Monat. Auch alle anderen tierischen Produkte habe ich sehr stark reduziert. Schweinefleisch esse ich, aufgrund des hohen Anteils an Arachidonsäure (Omega-6 ist die Vorstufe dazu) nach Möglichkeit gar nicht mehr. Auf dem Speiseplan stehen aber noch Huhn und Rindfleisch in Maßen. Seefisch in Massen. Tatsächlich versuche ich mich an pescetarischer Ernährung (kein Fleisch,aber Fisch) . Zusätzlich versuche ich natürlich Snacks, wie Chips zu vermeiden und habe meinen Süßigkeitenkonsum stark heruntergeschraubt. Auch das war ziemlich hart für mich.

Bringt es was?

Genau sagen kann ich es dir nicht. Aber du hast diesen Beitrag gelesen und weißt jetzt einiges über Ernährung und Ungleichgewicht von verschiedenen Stoffen in deinem Körper. Ich persönlich halte ein Ungleichgewicht immer für schlecht. In allen Bereichen. Zu versuchen, seinen Körper in Gleichgewicht zu halten, kann meiner Ansicht nach, nur zu einer Besserung führen. In Kombination mit der Basistherapie, sehe ich mich auf eine  guten Weg. Außerdem sehe ich mein aktives Handeln als Maßnahme, meinen Körper und meinen Geist in Gleichgewicht zu bringen. Es stärkt mich emotional, wenn ich selber aktiv meine Gesundheit gestalte. Ich begebe mich nicht nur in Behandlung, sondern handel selber.

Durch die Multiple Sklerose habe ich einiges an Kontrolle abgeben müssen, durch mein eigenes Handeln, konnte ich mir aber einiges an Kontrolle zurückgewinnen. Das kannst du auch!

Übrigens gibt es verschiedene Ansätze im Bereich Ernährung im Zusammenhang mit der Multiplen Sklerose. Ich habe nur ein wenig an meiner Ernährung gedreht. Es gibt aber ganze Ernährungsprogramme, die große Erfolge versprechen. Komm doch in meine Facebook Gruppe und tausche dich mit den anderen Mitgliedern und mir  über Ernährung bei Multipler Sklerose aus.

(1) Quelle

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