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MS und Covid – 19

via canva

MS-Erkrankte, die keine immunmodulierende Therapie erhalten beziehungsweise mit Interferon beta (Avonex, Extavia, Betaferon, Plegridy, Rebif) oder Glatirameracetat (Copaxone, Clift) behandelt werden, sind grundsätzlich nicht stärker gefährdet als gleichartige gesunde Personen.

Besteht allerdings eine stärkere Behinderung

(Rollstuhl, Bettlägerigkeit) ist das Risiko generell für

Atemwegsinfektionen erhöht, da die Belüftung der Lunge weniger gut ist.

Das bedeutet zwar nicht, dass das Infektionsrisiko höher ist als bei

Gesunden, aber das Risiko, bei einem Kontakt mit dem Corona-Virus schwer

zu erkranken, ist höher. Es gibt bisher aus Asien und Europa nur wenige Einzelfallberichte zu MS-Erkrankten,

die von einer Corona-Infektion betroffen sind. Aus diesen kann man

keine allgemeinen Rückschlüsse auf einen besonderen Verlauf bei MS-Erkrankten ziehen.

Ist eine Schubtherapie mit Cortison noch anzuraten?

Eine Cortison-Pulstherapie kann kurzfristig das Infektionsrisiko erhöhen. Bei einem Schub sollte daher sorgfältig besprochen werden wie sich der MS-Erkrankte nach dem Cortisonpuls vor einer möglichen Infektion schützen kann. Hilfreich und sinnvoll ist sicher bei Berufstätigkeit gegebenenfalls eine begrenzte Arbeitsunfähigkeit in Anspruch zu nehmen. Die Notwendigkeit einer Cortison-Pulstherapie sollte bei sehr leichten Schüben abgewogen werden. Mit regelmäßigen in Intervallen verabreichten Cortison-Therapien sollte – nach unserer Einschätzung – zunächst pausiert werden.

Unter welchen verlaufsmodifizierenden Therapien besteht möglicherweise ein erhöhtes Infektionsrisiko mit dem Corona-Virus?

  • Natalizumab/Tysabri: Die Behandlung kann – nach bisherigen Einschätzungen – uneingeschränkt weiter fortgeführt werden, da kein erhöhtes Risiko für Atemwegsinfektionen besteht.
  • Dimethylfumarat/Tecfidera: Bei normalen Lymphocytenzahlen kann davon ausgegangen werden, dass das Infektionsrisiko nicht erhöht ist.
  • Teriflunomide/Aubagio: Bei den Dosierungen in der MS-Therapie ist ein erhöhtes Infektionsrisiko nicht anzunehmen.
  • Modulatoren Sphingosin-1-Phosphat-Rezeptoren (Fingolimod/Gilenya und Siponimod/Mayzent): Unter diesen Therapien besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko, insbesondere von Atemwegserkrankungen. MS-Erkrankte, die auf diese Therapien eingestellt sind, sollten sie trotzdem fortführen, da bei Absetzen das Risiko einer Krankheitsaktivierung besteht. Therapeutische Neueinstellungen sollten zum jetzigen Zeitpunkt sorgfältig überlegt werden. Aktuell (Stand 03.04.2020): Dieser Hinweis ist auch auf den Wirkstoff Ozanimod anzuwenden. Ozanimod könnte nach Fingolimod und Siponimod der dritte S1P-Rezeptor-Modulator zur Behandlung der MS werden. Mehr
  • Sogenannte depletierende Immuntherapien (Ocrelizumab/Ocrevus, off-label Rituximab/Mabthera, Cladribin/Mavenclad, Alemtuzumab/Lemtrada, Mitoxantron): Diese Therapien erhöhen das Infektionsrisiko insbesondere unmittelbar nach der Infusionsbehandlung. Da es sich bei Ocrelizumab und Rituximab um Intervalltherapien handelt, ist auch eine Verlängerung des Intervalls individuell zu diskutieren, ohne dass die Gefahr einer Aktivierung der MS besteht [2].
    Die therapeutische Wirkung von Cladribin beruht auf einer erwünschten Verminderung der weißen Blutzellen. Dieser Effekt ist unmittelbar nach der jährlichen Gabe (jeweils zwei Behandlungswochen im Abstand von vier Wochen) in Jahr 1 und Jahr 2 am stärksten und geht auch mit einem erhöhten Infektionsrisiko einher. Die Effekte auf die weißen Blutkörperchen halten individuell unterschiedlich lange an, damit ist auch das Infektionsrisiko von MS-Erkrankten mit einer Cladribin-Therapie individuell einzuschätzen. MS-Erkrankte, bei denen der zweite Therapie-Zyklus nach einem Jahr ansteht, sollten diesen hinausschieben oder gegebenenfalls Vorkehrungen treffen, um die Infektionsgefahr herabzusetzen. Das Infektionsrisiko ist in den ersten vier Wochen nach der letzten Gabe am höchsten. Besondere hygienische Maßnahmen, auch bezüglich der Außenkontakte, sollten ohnehin eingehalten werden.
    Dies gilt in ähnlicher Weise auch für Alemtuzumab. Auch bei dieser Immuntherapie kommt es bei der jährlichen Gabe (in der Regel Jahr 1 und Jahr 2) zu einer langanhaltenden erwünschten Veränderung der weißen Blutzellen, wodurch ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht. Auch hier ist eine Wiederholung der Therapie sorgfältig zu prüfen. Neueinstellungen sind zum jetzigen Zeitpunkt unter Berücksichtigung der Zulassungsänderung nur bei hochaktiver MS und dem Fehlen anderer therapeutischer Möglichkeiten zu erwägen.

Wo ist das Infektionsrisiko am höchsten?

Nach den heutigen Erkenntnissen wird das Corona-Virus durch Tröpfchen übertragen. Dies erfolgt beispielsweise durch Husten und Niesen, durch Händedruck und Berühren von Gegenständen, die Kontakt mit einem Virus-Infizierten hatten, auch ohne dass dieser bereits Symptome gezeigt hat.

Quelle: dmsgd

Über die zwei Grafiken (bite den Pfeiltasten folgen) erfährst du, wie du eine Verbreitung von Covid – 19 vorbeugen kannst und durch welche Symptome du die Krankheit erkennst. Bitte schütze dich und andere und halte dich an die Empfehlungen der Regierung.

#stayhome


Green 7 Step Prevention Coronavirus Awareness Poster von Steffi W.

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