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Kognitive Störungen – Unsichtbares Symptom

Kognitive Störungen sind eines der häufigsten unsichtbaren Symptome bei Multipler Sklerose.

via canva

“Was wollte ich doch gleich nochmal hier, in diesem Raum? Und wo ist eigentlich schon wieder mein Handy??”
Ja, das kennt jeder. Und vor der Multiplen Sklerose ist mir das auch schon passiert. Aber seit der Multiplen Sklerose eben deutlich häufiger. Direkt nach dem letzen Schub habe ich meinen kompletten Alltag mit einer To-Do-Liste durchgeplant und immer nur einen Haken gesetzt, wenn ich etwas eledigt habe. Am Abend dann noch ein kurzer ängstlicher Bick auf die Liste. Nichts vergessen? Gut! Neue Liste für morgen… das ging eine ganze Weile so. Nach sieben Wochen habe ich wieder angefangen zu arbeiten. Mit der mentalen Forderung wurde es stetig besser. Mit meinen aktuellen kognitiven Einschränkungen kann ich gut leben. Mein Kurzzeitgedächntnis ist zwar nicht mehr ganz so, wie es mal war, aber ich habe Wege gefunden, damit umzugehen. Und manchmal hilft es auch, einfach dadrüber zu lachen.
Kognitive Einschränkungen bei Multipler Sklerose treten besonders gehäuft als kognitive Verlangsamung ( Einschränkungen in der Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit), Aufmerksamkeits- und Konzentrationsproblemen und Beeinträchtigungen der exekutiven Funktionen (z.B Multitasking, mentale Flexibilität).
Neben der Verlangsammung treten Probleme der Aufmerksamkeit auf, und zwar dahingehend, dass die Aufmerksamkeit nicht anhaltend auf dem gleichen Niveau gehalten werden kann, sondern nach einer gewissen Zeit einbricht. Das eingeschränkte Multitasking wirkt sich zudem negativ auf die Leistungsfähigkeit im Alltag aus, da multiple Aufgaben nicht mehr parallel, sondern nur noch sequenziell abgearbeitet
werden können. Somit haben die kognitiven Domänen, die bei der MS im
Speziellen beeinträchtigt sind, eine hohe Alltagsrelevanz und stellen zu
jedem Zeitpunkt der Erkrankung eine beachtliche Belastung für die
Betroffenen dar. (1)
Bei der regelmäßigen Verlaufskontrolle deiner MS beim Neurologen, wird er einmal pro Jahr deine kognitiven Leistungen erfassen. Dies zeigt zum einen auf, ob dein kognitiver Status stabil ist, lässt aber auch Rückschlüsse auf deine derzeitige Therapie zu. Entzündungen im Gehirn können oft unbemerkt vorhanden sein. Das heißt, du hast einen Schub,bemerkst ihn aber nicht direkt. Dennoch hinterlässt er Schäden in deinem Gehirn, die sich negativ auf deine Kognition auswirken können. Deine Basistherapie sollte die Schubrate deutlich verringern und Läsionen im Gehirn, wie man zu den alten Entzündungsherden sagt, sollten im jährlichen MRT deutlich seltener auftreten. Im besten Fall gar nicht.
 
Jetzt ist das Kind aber schon in den Brunnen gefallen. Was nun? 
Durch spezielle Computerprogramme können kognitive Störungen gezielt angegangen und gebessert werden. Da berät dich dein Neurologe sicherlich gerne zu. Auch ein Ergotherapeut kann dir Anregungen zu einem Zeitmanagementtraining geben.
Ich habe für dich ein paar Tipps zusammen gestellt, wie du durch den Alltag kommen kannst.

(1) Quelle

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