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Fatique – Unsichtbares Symptom

Viele Menschen mit Multipler Sklerose leiden unter stetiger Antriebslosigkeit, sind matt und Energielos. Erfahre hier mehr über das unsichtbare Symptom.

via canva

Meist bahnt sie sich bei mir in leisen Schritten an. Aber wenn sie da ist, muss es schnell gehen. Die Fatique. Fatiqueäußert sich in einer sehr starken Müdigkeit und schnellen Erschöpfbarkeit. Bereits geringe Anstrengungen, Hitze oder auch Stresssituationen können sich negativ auswirken. Es fühlt sich an, als wäre mein Akku komplett leer. Ein wenig schlafen hilft mir, wieder etwas hoch zukommen, aber so richtig in die Gänge komme ich den ganzen Tag dann nicht mehr. Manchmal wache ich aber auch schon am Morgen auf und fühle mich, als hätte ich nicht eine Minute geschlafen. Ich bin erschöpft und energielos. Die kleinste Betätigung fühlt sich gedanklich schon zu viel an. Am liebsten würde ich an diesen Tagen einfach liegen bleiben.
So wie mir, geht es etwa 80 Prozent der Menschen mit Multipler Sklerose. Sie alle werden durch ihre
ihre Antriebs- und Energielosigkeit immer wieder in ihrer geistigen aber auch körperlichen Leistungsfähigkeit eingeschränkt. Und das meist täglich und über mehrere Stunden. Häufig nimmt die Intensität derErschöpfung zum Abend hin zu. Die Fatique kann dich körperlich, sowie auch kognitiv einschränken. Bei den meisten Menschen treten beide Komponenten in Erscheinung, variieren
aber in ihrer Intensität. Ich gelange häufig körperlich an meine Grenzen. Gegen Abend, aber auch, wenn die Fatique plötzlich in Form von “Akku leer” auftritt, lassen meine kognitiven Fähigkeiten stark nach. 


Formen der Fatique

Die Fatique kann in zwei Formen unterschieden werden. Der primären und der sekundären Fatique. Die primäre Fatique tritt im direkten Zusammenhang mit der Multiplen Sklerose auf. Aufgrund der geschädigten Nervenzellen, kann es zu der plötzlichen Antriebs- und Energielosigkeit kommen. Oft
hält dieser Zustand mehrere Tage an, ohne an Stärke zu verlieren. Ein ständiger Zustand von Erschöpfung.

Die sekundäre Fatique ist eine Reaktion auf bestimmte Abläufe im Körper
oder anderen Erkrankungen. Sie kann auch mit der Einnahme bestimmter Medikamente
zusammenhängen. Die sekundäre Fatique tritt meistens bei Depressionen oder Angstzuständen und in unterschiedlicher Intensität auf. Das heißt, sie ist nicht gleichbleibend stark.(1)
Die Fatique kann sich sehr stark auf das Leben auswirken. Bei manchen Betroffenen ist sie dauerhaft so stark ausgeprägt, dass sie nur noch teilweise oder gar nicht mehr ihrem Beruf nachgehen können. Auch das private Leben kann schwer von der Fatique in Mitleidenschaft gezogen werden.
Es gibt zwar einen medikamentösen Weg, zur Behandlung von Fatique, dieser soll laut Experten aber wenig erfolgsversprechend sein.(2) Am besten besprichst du das mit deinem Neurologen.

Mit ein paar kleinen Tipps, kannst du es aber dennoch schaffen, deine Lebensqualität wieder zu steigern. 

 Was hilft bei Fatique?

 

1. Ruhepausen

Im Akutfall wirst du dich vermutlich hinlegen müssen. Dein Körper lässt nichts anderes zu. Um den Akutfall aber zu vermeiden oder deutlich schwächer ausfallen zu lassen, hilft es mir , ausreichend Ruhepausen in meinen Alltag einzbauen. Das bedeutet, konkret für mich: nachdem ich mich für den Tag fertig gemacht habe, trinke ich in aller Ruhe eine Tasse Tee. Erst dann wecke ich meine Tochter und helfe ihr, sich für den Tag fertig zu machen. Nachdem ich auf der Arbeit angekommen bin und den Gruppenraum vorbereitet habe, trinke ich wieder in aller Ruhe eine Tasse Tee,.. So zieht sich das durch meinen gesamten Tag. Das klappt gut, setzt aber etwas vorraus. Und das führt dich zu meinen nächsten Punkt.
 

2. Struktur

Um ausreichend Pausen in meinen Alltag einbauen zu können, muss ich möglichst strukturiert vorgehen. Ich stehe zeitig auf und bin etwas früher auf der Arbeit, um mir meine kurzen Pausen zu gönnen. Ich bereite am Abend alles für den nächsten Tag vor. So spare ich mir viel Gewusel am Morgen. Routinen entwickeln ist somit eine wichtige Komponente. Routinen sind, sozusagen, Trampelwege im Gehirn. Diese Handlungen laufen irgendwann automatisch ab. Du musst nicht mehr darüber nachdenken. Das schafft dir mehr Ruhe und Energie. Denn du musst deutlich weniger Entscheidungen treffen.
 

3. Stress vermeiden

Denn Stresssituationen können sich negativ auf deine Fatique auswirken. Ja, ich weiß – das geht nicht immer. Und immer wieder treten Situationen auf, die hast du so nicht kommen sehen oder du kannst sie nicht beeinflussen. Was du aber beeinflussen kannst, ist deine Denkweise. Mit Mindsetting kannst du einiges bewirken. Eine positive Denkweise lässt dich über den Dingen stehen. Je weniger du in Panik verfällst, umso besser. Aber auch ein strukturierter Tagesablauf vermindert Stress. Und wenn du einen harten Tag hattest, dann denk wenigstens am Abend an dich und tu dir selber etwas Gutes. 
 

4. Trigger vermeiden

Damit meine ich Dinge oder Situationen, die einen akuten Fatiquezustand auslösen können. Bei mir ist das Hitze. Zu starke Wärme erschlägt mich regelrecht. Nach Möglichkeit versuche ich also Hitze zu vermeiden. Was mir nicht immer leicht fällt, weil ich es gerne warm mag. Aber meine Fatique eben nicht. Ich gehe also weg von der Wärmequelle, stelle mich ans geöffnete Fenster, bringe irgendwie meine Körpertemperatur nach unten. 
Beobachte dich gut und finde herraus, was deine Fatique hervorruft. Und dann versuche es möglichst zu vermeiden.

5. Bewegung 

Auf lange Sicht betrachtet, solltest du für ausreichend Bewegung sorgen. Besonders hoch im Kurs im Kampf gegen Fatique steht Ausdauersport. Da musst du aber erstmal hinkommen, so antriebslos, wie du dich manchmal vorfindest. Aber alles ist besser, als nichts und deshalb steigerst du dich von einfachen Dehnübungen zu Yoga. Weiter gehts zum Workout und, vielleicht eines Tages, hüpfst du in die Laufschuhe. 
Und auch wenn nicht, bewege dich! 

 

 Es gibt sicherlich noch viele weitere Wege, deine Fatique zu bekämpfen. Unsere MS unterscheidet sich so stark von einander, dass ich dir hier nur meine persönlichen Tipps geben kann, weil ich von mir weiß, dass sie helfen. Probiere sie aus und guck, was sie bei dir bewirken Ich bin mir sicher, du findest deinen Weg!

(1) Quelle
(2) Quelle

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