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Drei Monate Basistherapie

Seit ziemlich genau drei Monaten spritze ich jetzt schon Copaxone. Meinen, glücklicherweise, kurzen Weg zur passenden Basistherapie, kannst du hier nachlesen.
Von meinen anfänglichen Spritztagen (Montag | Mittwoch | Freitag) bin ich weg und habe zu Sonntag, Dienstag und Donnerstag gewechselt. Mein Problem war (und ist hin und wieder noch), dass ich am Tag nach dem Spritzen depressiv verstimmt bin. Das hat mir so manchen Samstag versaut. Der Wechsel der Spritztage sorgt nun dafür, dass ich an den Folgetagen arbeiten gehe. Ich kann dann zumindest nicht in meinem Leid zerfließen. Ein schöner Nebeneffekt ist, dass ich durch das Wochenende das Gefühl habe, ich habe einen laaangen Zeitraum, bis ich wieder spritzen muss. Von Donnerstag bis Sonntag kommt mir manchmal ewig vor, weil so viel passiert.
Außerdem habe ich mich von den Pens verabschiedet. Für den Anfang war das sicher der richtige Weg für mich und für Menschen, die die Nadel nicht sehen mögen, ist der Pen ideal. Für mich waren die Hautreaktionen nach einen Monat aber nicht mehr tragbar. Ich hatte über handtellergroße heiße, gerötete und sehr schmerzhafte Stellen. Teilweise hat es eine Woche gedauert, bis sie abgeheilt waren. Am linken Oberschenkel habe ich sogar eine riesen Delle, weil dort nach so einer Reaktion das Unterhautfettgewebe verschwunden ist. Das war auch der Grund, warum ich die Oberschenkel inzwischen nicht mehr spritze. Ich wechsel zwischen Bauch, Hüfte und Po.
Die erste Injektion mit der Fertigspritze war schon hart. Eine ein Zentimeter lange Nadel kann dann kurzfristig ganz schön furchteinflößend sein. Die Hemmungen waren aber schnell verschwunden. Vorallem, weil ich seitdem kaum noch Hautreaktionen habe. Ich denke, das liegt daran, dass ich selbst bestimme, wie schnell, beziehungsweise langsam ich das Medikament injeziere. Ein weiterer Vorteil ist für mich, dass ich nach dem Setzen der Nadel kurz den Kolben der Spritze hochziehe. Kommt kein Blut, spritze ich das Mittel. Meine Angst vor einem Flush (in diesem Post kannst du nachesen, was das ist) war noch eine ganze Weile eine große Sorge von mir. Nach diesem Test, der sicherstellen soll, dass ich kein Blutgefäß erwischt habe, bin ich viel entspannter geworden. Bisher habe ich mir noch keinen Flush gespritzt.
Mittlerweile nehme ich vor dem Spritzen auch keine Ibuprofen mehr, um den Nebenwirkungen entgegen zu wirken. Von anfänglichem Fieber, Schüttelfrost, depressiven Verstimmungen, Herzstolpern, Durchfall, starkes Schwitzen, “innerer Frost”, Schnupfen, Husten, steifer Nacken, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen,… ist fast nichts mehr gebleiben. In der Regel bleibe ich inzwischen von den Nebenwirkungen verschont oder aber sie sind nur kurz und leicht. Die Einnahme von Schmerzmitteln ist dann im Nachhinein ausreichend, wenn überhaupt nötig. Ganz selten gibt es mal einen Tag, an dem ich mich massiv schlecht fühle. Aber ob das dann am Copaxone liegt oder Miss Sophie sich bemerkbar macht, ist für mich nur schwer auseinander zu halten.
Rückblickend bin ich froh, dass ich die teilweise heftigen Nebenwirkungen ausgehalten habe. In der siebten bis achten Woche gab es eine Phase, da hätte ich am liebsten alles hingeschmissen. Ich hatte keine Lust darauf, mich mein ganzes Leben spritzen zu müssen, die Nebenwirkungen machten mich zu diesem Zeitpunkt echt fertig (depressiv verstimmt) und generell war alles blöd. Nach zwei Wochen war diese Phase aber überstanden. Alles was bis jetzt noch blöd ist, sind die Knubbel vom Spritzen, die aber nach spätestens zwei Wochen von alleine verschwinden und der Juckreiz. Aber auch der war schon schlimmer.
Es geht also alles weiter… nur anders.

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